Erinnerungen und Gedanken - 47 Jahre Begegnung


Koch, Ute

Erinnerungen

Mein erstes Begegnungstreffen durfte ich 1989 in Hirschluch erleben. Meine Mutter überredete mich damals, sie auf der Reise in die damalige DDR zu begleiten. Vor allem war ich gespannt, meine langjährige Brieffreundin Sabine endlich mal wieder zu treffen. Ich hatte nicht damit gerechnet, so viele nette Menschen kennen zu lernen und eine so schöne, angenehme und entspannte Zeit mit ihnen zu verbringen. Der Abschied von der Gruppe fiel mir nach vier Tagen relativ schwer. Ich werde mich immer an die Abschiede von Uta erinnern, die als einzige ihren Gefühlen freien Lauf ließ und einfach darauf los heulte.

Beim zweiten Treffen in Hirschluch 1990 fühlte ich mich schon fast wie zu Hause. Ich fand es damals sehr spannend, den Erlebnissen der einzelnen Familien zuzuhören und die Gefühle und Probleme, die die Wiedervereinigung mit sich brachte, so hautnah und an der Basis miterleben zu dürfen.

Es folgten viele schöne Treffen, an denen ich teilnahm, wie z.B. Dresden und natürlich das in Gersbach.

Meine schönsten Erinnerungen habe ich allerdings an das Treffen auf dem Liebfrauenberg im Elsass. Damals ging es meiner Mutter schon nicht sehr gut, aber sie wollte unbedingt zu diesem Treffen. Ich werde nie die wunderschöne Autofahrt ins Elsass vergessen. Ich war die Chauffeurin und meine Mutter saß neben mir und war begeistert von der Landschaft und freute sich so sehr, weil sie endlich einmal von zuhause und von der Klinik befreit war. Am Ende des Treffens, nachdem sich die Meisten bereits verabschiedet hatten und der Bus schon wieder  Richtung Berlin unterwegs war, saßen wir noch im Garten zusammen. Margrit Schwarz hatte ihre Staffelei aufgebaut und malte ein wunderschönes Bild des Liebfrauenbergs. Meine Mutter wollte damals gar nicht nach Hause und wir genossen noch einen Kaffee im frühsommerlichen Garten zusammen mit Zipfs und Richters, bevor wir uns dann endgültig verabschieden mussten.

Mein erstes Begegnungstreffen ohne meine Mutter fand dann in Berlin statt. Ich hatte erst etwas Hemmungen, nach Berlin zu fahren, da ich dachte, dass ja meine Mutter eigentlich der Teil der Gruppe war. Aber der herzliche Empfang und die vielen intensiven Gespräche haben mir gezeigt, dass ich mittlerweile in die Gruppe hineingewachsen war.

Auch in Freiburg konnte ich feststellen, dass für mich zum einen die Begegnung mit den Menschen eine wichtige Rolle spielt, aber dass auch die gemeinsame biblische Arbeit, die interessanten Diskussionen  und die gemeinsamen Andachten und Gottesdienste eine große Bedeutung für mich haben.

Was wohl die nächsten Treffen bringen werden?
Ich freue mich schon jetzt darauf!

                      Ute