Begegnungen Baden - Berlin-Brandenburg


Marktplatz: Tagebücher Übergabe an das Landeskirchliche Archiv am 17. Juni 2014

Alles wirkliche Leben ist Begegnung

Freundeskreis Gersbach übergibt Tagebücher aus 57 Jahren Ost -West Partnerschaft an Landeskirchliches Archiv


Der Leiter des Archivs dankt für das große Vertrauen für die Überlassung der Bücher.

Pfarrer i.R. Günter Richter organisierte von Anfang an die Begegnungstage.

Helmut Przybilski war der Partnerorganisator in Berlin-Brandenburg.
Korrektur von Dieter Bock: Parterorganisatoren waren Pfr. Uli Rohr und Pfr. Erhard Henschel, was die großen Verdienste von Helmut Przybilski in keiner Weise schmält.

Zwei Meter Regal beanspruchen die 57 Bände.

Prälatin Dagmar Zobel begrüßt die Gäste. Sie dankt für die große Ehre, dass die Tagebücher der Landeskirche übergeben werden.

„Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“ Dieser Satz des jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber zog sich wie ein roter Faden durch die 58. Begegnung des Freundeskreises Gersbach am 17. Juni – dem Jahrestag des ersten antistalinistischen Aufstandes in der DDR - im Evangelischen Oberkirchenrat.

Partner aus zehn badischen Gemeinden und 11 Gemeinden aus Berlin-Brandenburg Schlesische Oberlausitz waren dazu erschienen. Der Freundeskreis gründete sich 1957, um die Partnerschaftsbeziehungen im damals frisch geteilten Deutschland in den Kirchen Berlin-Brandenburg und Baden zu fördern.

Alle ostdeutschen Sprengel wurden 1981 zwischen den Gliedkirchen der EKD als Partnerkirchen aufgeteilt. Zuerst gedacht als Patenschaften, um den armen Kirchen im Osten Deutschlands finanziell unter die Arme zu greifen, entwickelten sich in Baden sehr schnell etwa 500 Partnerschaften zwischen Kirchengemeinden und Kirchenbezirken auf beiden Seiten.

„Ich habe es selbst erlebt, welch wichtiger Beitrag insbesondere für die Jugendlichen diese Partnerbeziehungen, beispielsweise in der politischen Bildung, wurden“, betonte Prälatin Dagmar Zobel bei ihrer Begrüßung der Gäste im Oberkirchenrat. Für viele Gemeindeglieder wurden diese sogenannten Ost-West-Partnerschaften prägend über Jahrzehnte hinweg. In vielen Gemeinden bestehen diese Beziehungen bis heute und sind nach wie vor elementarer Bestandteil der Gemeindearbeit.

Kirchenrat i.R. Dr. Gerhard Wunderer, seinerzeit zuständig für die Partnerschaftsarbeit der Landeskirche, beleuchtete diese Aufgabe von einer weiteren Seite. „Durch unser Engagement in der badischen Landeskirche konnten in Berlin-Brandenburg in der Zeit der DDR 102 Kindergärten über Jahrzehnte finanziell und materiell so ausgestattet werden, dass dort weiterhin das Wort Gottes an die Kinder weitergegeben werden konnte.“ Dies trage bis zum heutigen Tag Früchte, ist Wunderer überzeugt.

Tagebücher ans Landeskirchliche Archiv übergeben
Der Freundeskreis Gersbach hatte über 57 Jahre bei jedem Treffen ein Tagebuch geführt. Diese Sammlung von Niederschriften aus über einem halben Jahrhundert Partnerschaftsarbeit wurde nun an das Landeskirchliche Archiv übergeben. „Es ist ein Stück Wehmut mit dabei, diese Tagebücher aus der Hand zu geben“, betonte Pfarrer i. R. Günter Richter, der von Anfang an diese Treffen mitorganisierte. „Sie sind ein Teil dessen, wie kirchliches Leben greifbar gemacht wurde.“

Der Leiter des Landeskirchlichen Archivs Dr. Udo Wennemuth freute sich über das große Vertrauen, dass seinem Archiv diese Zeitdokumente anvertraut wurden. Er versprach, sie nicht nur zu archivieren, sondern auch zu präsentieren und zu digitalisieren. „Nach der Digitalisierung geht Ihnen in Berlin-Brandenburg ein Exemplar der 57 Tagebücher für Ihre Kirche zu. Nicht nur für die Präsentation, sondern, so hoffe ich, auch für die zukünftige Forschung“, meinte der Archivleiter.

Rolf Pfeffer - Referent für Öffentlichkeitsarbeit und PR

Herzlichen Dank für die Genehmigung des Artikels von Rolf Pfeffer in ekiba.de