Begegnungen Baden - Berlin-Brandenburg


 2005 in Fischbach am Bodensee   -   Bericht von der 49. Begegnung ...
Das Referat am zweiten Tag

Der Freitagvormittag war geprägt vom Referat von Dr. Horst Folkers zum Thema "Vergebung", das wir hier mit seiner freundlichen Genehmigung veröffentlichen.

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Dr. Horst Folkers                                                                                                                                            16.5.2005

 

Vergebung

Eine Betrachtung, ausgehend vom Evangelium nach Matthäus

 

I Matthäus, der Evangelist der Vergebung

1. Hinführung zu Matthäus

Warum Matthäus? Man könnte die Frage auf sich beruhen lassen, welcher Art Rechtfertigung sollte Matthäus bedürfen? oder  welche  könnte  ihm genug tun? Dennoch fragt man heute unbefangen "warum" und unbefangen können auch vorläufige Hinweise auf eine Antwort gegeben werden.

Wer nach dem Elementaren des christlichen Glaubens fragt, kann von der Badischen Landeskirche ein kleines Faltblatt erhalten, überschrieben: "Was jeder Christ kennen soll", bei Konfirmanden beliebt, auf dem die allerwichtigsten Stücke der Bibelkenntnis eines Christen stehen. Ich nehme nur die Stücke aus dem Neuen Testament. Da ist zuerst das Vaterunser, der Taufbefehl, das größte Gebot, die Einsetzung des Abendmahls und dann noch die Seligpreisungen. Und wo stehen alle diese großen, guten, unter uns jedermann bekannten Stücke? Bei Matthäus. Nur bei Matthäus? Das nun nicht, denn nur bei Johannes steht nichts von all dem, bei Markus steht immerhin die Einsetzung des Abendmahls und das größte Gebot, bei Lukas über diese hinaus auch noch eine kleine Form des Vaterunser und eine Anzahl, allerdings mit Weherufen  verbundenen Seligpreisungen, nur der Taufbefehl fehlt ihm ganz. Vaterunser, Taufbefehl, größtes Gebot, Einsetzung des Abendmahls und Seligpreisungen, diese fünf stehen miteinander also doch nur bei Matthäus. Das ist das erste.

Das zweite: Fragt man die Religiösen der Welt, was sie an Jesus beeindruckt hat, dann antworten sie gerne mit Mahatma Gandhi: Die Bergpredigt. In der Tat, wollten wir jemandem einen ersten Eindruck von der Lehre Christi geben, dann hätten wir, indem wir sagen "Nimm die Bergpredigt" gewiß nicht fehlgegriffen. Wo steht sie? Bei Matthäus. Nur bei Mathäus? Nur bei Matthäus.

Hören wir dazu schließlich noch Adolf Schlatter in seinem großen Matthäuskommentar. Er schrieb ihn "in der Meinung, wenn irgendein Buch, so sei das erste Evangelium des Lesens wert"1. Zwar existiert das Evangelium um Jesu willen, auch lesen wir es zuerst um seinetwillen. Jesus aber schrieb nichts auf. "Jesus spricht zur Menschheit durch seine Jünger"2. Wir müssen die Evangelisten hören, wollen wir wissen, wie Jesus spricht. "Daher stellt uns jede Begegnung mit dem Evangelium vor die Frage: was war und wollte der Evangelist"3 - hier der erste Evangelist oder Matthäus.

Wir können das bisherige in dem Satz zusammenfassen: Matthäus ist der größte Lehrer der Christenheit. Oder genauer und rücksichtsvoller gesagt: Die Lehre Jesu hat in der Christenheit keinen größeren Zeugen als Matthäus.

 

2. Von der Verfahrensweise des Matthäus

Während jeder Evangelist seine Eigenart seinem Evangelium unmittelbar mitgibt, haben wir das Bild Jesu nur mittelbar, in der Zeichnung und den Farben des Evangelisten. Andererseits bleibt jeder Evangelist auf sein Evangelium beschränkt, Jesus aber erscheint in einem vierfachen Bilde, überreich an Farbigkeit und Gestalthaftigkeit. Um dieses Reichtums willen ist es notwendig, Jesus nicht aus einer undeutlichen Harmonie aller Evangelien zu gewinnen, als wollten sie alle einander übermalen oder die anderen retuschieren. Schon gar nicht geht es an, Jesus zum kleinsten gemeinsamen Nenner dessen zu machen, was den Evangelien gemeinsam ist, so daß am Ende unter dem Titel: "Was lehrte Jesus wirklich?"4 das abgemagerte Jesusbild eines modernen Forschers erscheint, seinen methodischen Vorurteilen korrespondierend.

Wollen wir zu Jesus kommen, hat nicht der Vergleich der Evangelien, sondern das Hören auf den einzelnen Evangelisten im Mittelpunkt zu stehen. Die Eigenart seiner sprachlichen Mittel können wir beobachten, ebenso die Grundformen seiner schriftstellerischen Tätigkeit.  Er formt kunstvoll kleine geschlossene Einheiten (Perikopen), er ordnet sie mit Bedacht in Folgen (Sequenzen) an und komponiert schließlich aus allen, in kleineren und größeren Folgen geordneten Einzelstücken mithilfe von Wiederholungen,  die ein Netz von Verweisungen und übergreifende Linien bilden, das Ganze, die große Form "Evangelium". Die Einheit dieser oft überraschenden und manchmal verwirrenden Vielfalt wurde von früh an mit dem Heiligen Geist in Verbindung gebracht. Wenn die Evangelisten beim Verfassen des Evangeliums inspiriert, das heißt vom Heiligen Geist begeistert waren, wie man doch zugestehen kann, dann ist klar, daß wir, was wir in den Evangelien finden, weder menschlicher Willkür noch menschlicher Schwäche und schon gar nicht äußeren Zufällen zuschreiben dürfen. Der Heilige Geist ist ein Geist der Wahrheit, freilich, von wannen er weht, wissen wir nicht.

    Matthäus hatte für sein Evangelium ein Vorbild: das von Gott selbst dem Mose übergebene Fünfbücherbuch des Alten Testamentes oder der Tora. In fünf große Reden faßt Matthäus Hauptpunkte dessen zusammen, was Jesus lehrt und wir können das Evangelium des Matthäus nach der Folge dieser fünf Reden gliedern. Matthäus hat ein präzises, wenngleich nicht hervorgehobenes Mittel diese Reden anzuzeigen. Er endet jede dieser Reden mit einem Satzbeginn aus sechs

finden Sie in den Versen 7,28; 11,1; 13,23; 19,1; 26,1, also fünfmal im Evangelium. Damit ist die auffälligste Form genannt, in der Matthäus seinem Evangelium Signale zum besseren Verständnis mitgibt: Die Wiederholung von ganzen Sätzen (vgl. 3,2 und 4,17!), Satzteilen, Wendungen oder auch nur einzelnen Worten. Matthäus kommt vom hebräischen Sprachgeist her. Deutlicher als in den indogermanischen Sprachen steht hier das (einzelne) Wort im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, erst dann auch der Fluß der Rede, wie er in der syntaktischen Struktur des Satzes erscheint. Wir dürfen voraussetzen, daß Matthäus, wie jeder gute Schriftsteller, jedes Wort mit Bedacht schreibt, insbesondere aber dann, wenn ihm die durch ein Wort ausgesprochene Sache besonders wichtig ist.

 3. Vergebung - sein weiter Begriff beim Evangelisten Matthäus

Dem Evangelisten Matthäus ist zweifellos das Geschehen der Vergebung besonders wichtig. Er ist ja nach dem Selbstzeugnis des Evangeliums derjenige Jünger, den Jesus vom Zoll weg berufen hat. Der Zöllner ist, nicht nur nach pharisäischer, sondern auch nach Jesu Meinung, ein Sünder, der der Vergebung bedarf. Die Berufung des Matthäus durch Jesus ist zugleich ein Akt der Vergebung seiner als Zöllner begangenen Missetaten. Die Bereitschaft zu dieser Vergebung scheidet Jesus allerdings scharf von den Pharisäern, der religiös führenden Schicht im damaligen Israel. Matthäus aber weiß, daß er zum Jünger Jesu und bald darauf zu einem der Zwölfe und später gar noch zum Evangelisten allein durch die Vergebung Christi geworden ist.  Das überraschende, dreifach neue Sein des ehemaligen Zöllners Matthäus ist aus dieser Vergebung entsprungen.  So ist das Evangelium selbst insgesamt ein Zeugnis der Vergebung und der Dankbarkeit für dieses wichtigste, gründende Ereignis im Leben des Mannes Matthäus.

Unübersehbar verwendet daher Matthäus das Wort "Vergebung" an zwei hervorragenden, jedem Christen bekannten Stellen seines Evangeliums. Von diesen Stellen aus fällt das Licht auf dieses Wort, das eines der Lieblings- (Vorzugs-) worte des Matthäus ist.

Im Vaterunser heißt es:

"und vergib uns unsere Schuld" (Mt 6,12),

und in der Einsetzung des Abendmahls sagt Jesus, indem er den Jüngern den Kelch reicht: "Das ist mein Blut des neuen Testaments, welches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden" (26,26).

            Beiden Stellen liegt der gleiche griechische Wortstamm zugrunde, einmal als Verbum


gezählt. Das liegt freilich daran, daß das Wort auch in einem weiteren Sinn gebraucht wird, der zunächst mit der Vergebung durch Gott nichts zu tun zu haben scheint. Das Wort heißt wörtlich übersetzt einfach "wegschicken" oder auch "loslassen", es kann aber auch "erlassen" heißen, - da hören wir, wenn wir auf die Wendung "vergeben" warten, Worte wie "Schuldenerlaß" oder "Erlaßjahr", es kann auch verlassen oder alleinlassen heißen. Der Grundsinn ist im Deutschen nicht ohne weiteres mit einem einzigen Wort wiederzugeben, am nächsten liegt noch das, auch in unserer Sprache sehr vielfältig verwendete "lassen". Lassen Sie mich hier ein Beispiel geben. Da erzählt Jesus in der Bergpredigt die Geschichte von dem Mann mit dem Splitter und dem mit dem Balken im Auge. Und der mit dem Balken sagt zu dem mit dem Splitter: "Laß, ich will dir herausziehen den Splitter!" Luther übersetzt: "Halt, ich will". Aber im Deutschen wäre es auch möglich, wenngleich ein wenig veraltet und


Täufer. Denn zu Johannes war er gekommen, sich taufen zu lassen. Johannes aber wollte das Taufbegehren Jesu zurückweisen mit der Einwendung, er habe es nötig, von Jesus getauft zu werden. Jetzt steht Wille gegen Wille.  Doch Jesus will den Einwand des Johannes nicht gelten


der Teufel. Der Teufel gibt Jesus nach, wie Johannes ihm nachgegeben hat. Auch der Teufel läßt Jesus seinen Willen wie Johannes, dieser freiwillig, jener, wie wir unterstellen dürfen, widerwillig.

            Seltsam also, Jesus beginnt seine Rede, sein Reden im Evangelium überhaupt, mit dem Wort "vergib", freilich nicht zu Gott, sondern unter Menschen gesprochen, aber dann ist er es zweimal, dem "vergeben" wird - in einem weiten Sinne, daß ihm sein Wille eingeräumt wird, indem der, der ihm "vergibt" darin seinen eigenen, dem Willen Jesu zunächst entgegenstehenden Willen aufgibt, ihn drangibt an den anderen Willen Jesu. Das ermutigt dazu, noch zwei Stellen, in denen das "lassen", das "vergeben" im jetzt gewonnenen weiten Sinne eine Rolle spielt, anzuführen. Es sind zwei Begebenheiten, in denen in einer völlig unzweideutigen Weise Jesus seinen Willen zur Geltung bringt, indem er einen fremden Willen auffordert, von sich abzulassen und sich ihm unterzuordnen. Denn als er am See Genezareth Petrus und seinen Bruder Andreas auffordert, ihm zu folgen, da er sie zu Menschenfischern machen wolle, da "verließen" sie alsbald ihre Netze, sie ließen ab von ihrem Willen Fischer zu sein mit Netzen und willigten ein, Menschenfischer zu werden. Das Ablassen, hier 


vergeben" für uns in der Breite klingt, in der es im Evangelium des Matthäus verwendet wird - denn ohne das Mithören des Gesamtklanges eines Wortes, läßt sich, jedenfalls bei Matthäus, die Bedeutung der einzelnen Stelle nicht voll verstehen.

            Jesus ist für Matthäus nicht nur der große Lehrende, der Bergprediger, er ist auch nicht nur der große Heilende, der dem Aussätzigen, dem gelähmten Knecht des Hauptmanns, der fiebernden Schwiegermutter und allen, die sonst noch kommen oder gebracht werden Gesundheit wiedergibt, er ist zum Dritten insbesondere der, der selber Sünde, Schuld vergibt. Indem Jesus in der Mitte der Bergpredigt die Vaterunserbitte "und vergib uns unsere Schuld" gesprochen hat, trat Jesus an unsere Seite, indem er an Gott als unseren Vater diese Bitte richtet. Jetzt aber, nach der Bergpredigt, nach vielen Heilungen, da bringen sie ihm einen Gelähmten auf einer Liege, Jesus aber sieht ihren Glauben, der rührt ihn an und er spricht zu dem Gelähmten: fasse Mut, vergeben sind deine Sünden - 


sogleich die Schriftgelehrten ins Spiel, denn Sünden vergeben kann nur Gott - und damit dies nicht leichtfertig angenommen wird, ist nur am höchsten Feiertag, am Versöhnungstag oder Jom Kippur der Hohepriester im sonst niemals betretenen Allerheiligsten im Tempel in Jerusalem befugt, die vergebende Gnade des unsichtbaren Gottes zu empfangen, dann vor den Vorhang des Allerheiligsten zu treten und den Empfang der Vergebung dem wartenden frommen Volk mitzuteilen. Die innere Vollmacht, Sünden zu vergeben, hat nur Gott, die äußere Vollmacht allein der Hohepriester, insofern er sich Gott auf dem gebotenen Weg naht. Die Vollmacht Gottes für sich zu beanspruchen, wie Jesus es tut, heißt, sich an die Stelle Gottes zu setzen, das genau ist Gotteslästerung und darauf steht die Todesstrafe durch Steinigung. Das wissen die Schriftgelehrten sofort und sogleich sprechen sie auch in sich aus: Dieser lästert Gott (9,3), ein Gedanke, der so naheliegend ist, daß Jesus ihn auch sogleich errät und Matthäus ihn uns überliefern kann. Das wird Jesus den Tod bringen. Der aber, dem Jesus die Sünden vergeben hat, dem sind sie vergeben und er konnte sogar noch obendrein, nachdem Jesus ihn dazu aufgefordert hat, aufstehen und fortgehen in sein Haus (9,6). Das Volk aber, in theologischen Unterscheidungen ungeübter als die Schriftgelehrten, lobt Gott, der solche Vollmacht den Menschen gegeben hat. Tatsächlich haben sie, vielleicht nur daran, daß der Lahme auch noch gehen kann, erkannt, daß der Mensch, Jesus, der da vor ihnen handelt, eine Wendung herbeigeführt hat in der uralten Weise, in der Gott Sünden vergibt, in Jesus hat ein Mensch diese Vollmacht erhalten.

 

II. Zur Theologie der Vergebung, ausgehend vom Vaterunser

            1. "und vergib uns unsere Schuld"
        

        Jesus spricht bei Matthäus, ich erinnere daran, mit seinem ersten Wort "Vergib", Jesus ist dann der erste Mensch, der in göttlicher Vollmacht einem anderen die Sünden vergibt. Das bereitet den Weg, jetzt genauer hinzusehen, was es mit der Vergebung auf sich hat, von der er im Vaterunser


Im Vaterunser also sind auch wir Menschen als zur Vergebung fähige Wesen angesprochen und zur Vergebung aufgefordert. Wir müssen die Dinge jetzt sehr genau betrachten. Zunächst unsere Bitte. Sie heißt: und vergib uns unsere Schuld - und Gott als unser Vater ist der Adressat dieser Bitte. Dann aber bitten wir nicht, sondern sagen etwas zu, nämlich daß auch wir vergeben wollen oder vielmehr schon vergeben haben aber nicht etwa einem anderen seine Schuld oder seine Sünde, vielmehr sollen wir denen vergeben, die, wie es sehr schön bei Luther in einem sonst außer Gebrauch gekommenen Wort heißt, zu unseren Schuldigern geworden sind.

        Elementar ist zunächst das Objekt zu erkunden, das da von Gott vergeben werden soll. Es ist die Schuld, im Griechischen steht das Wort im Plural, also die mehrfache Schuld, die Schulden gewissermaßen, die Sünde, das Vergehen, das Fehlen oder der Fehl gegen Gott oder Menschen. Es kann auch das Vom-Wege-abgekommen-Sein oder Hingeglittensein, das Gefallensein gemeint sein, wie es unseren Lebensweg hier und da oder auch sehr dauerhaft oder sogar elementar bestimmt. Alle diese Begriffe, die Schuld auch in dem Sinne, daß man jemandem etwas schuldig ist, die Sünde im Sinne des Mangels oder des Fehls oder auch im Sinne des Gefallenseins sind bei Matthäus als


Das Vaterunser redet im "Wir-Stil", vergib uns unsere Schuld, aber es setzt doch zugleich den Einzelnen voraus, der mit seiner Schuld zu Gott kommt, der mit seiner Schuld allein ist, der aber zugleich aufgenommen wird in die Gemeinschaft derer, denen die Schuld vergeben wird.

Hier wird man innehalten und ein Eingeständnis machen müssen, indem man bekennt, daß es heute mit der Schuld nicht mehr so einfach ist, wie es früher der Fall gewesen zu sein scheint. Der geübte Kirchgänger kann das daran erkennen, daß das im Einleitungsteil des Gottesdienstes vom Pfarrer gesprochene Bußgebet, auf das die Gemeinde mit dem "Kyrie eleison", dem "Herr erbarme dich" antwortet, oft Dinge enthält, die auf die eigene Schuld nicht passen wollen. So hören wir in manchem Bußgebet Klagen darüber, was uns in der letzten Woche schiefgegangen, was uns an Unangenehmen begegnet oder gar als Unbill von anderen zugefügt worden ist, so daß eigentlich die Schuld der anderen bekannt wird, was zur Lieblingstätigkeit der heute voll im Saft stehenden sogenannten Kritiker geworden zu sein scheint. In anderen Fällen ist von einem Mangel an Liebe unsererseits die Rede, was niemals zu leugnen, deshalb aber auch - Ausnahmen bleiben möglich - ohne jede Anfechtung eingestanden werden kann.

Der tiefere Grund für die um sich greifende Schuldunfähigkeit, ja Schuldunbedürftigkeit vieler Zeitgenossen dürfte darin liegen, daß sich heute viele in einer hochindividualisierten Welt selbst zu verstehen suchen und dabei ganz zu recht auf ein Bild von sich kommen, dessen Hauptzug der ist, daß sie sich doch im Großen und Ganzen Mühe geben, durchzukommen, daß es notwendig sei, Fehler zu machen, um überhaupt etwas zu tun, daß alle Einzelheiten einer Lebenslage ohnehin nicht überschaubar seien und insofern etwas hier oder da Übersehenes zum Alltag einfach dazugehöre, kurz, daß man zwar bedrängt und nicht fehlerfrei, ja bei weitem nicht fehlerfrei sei, aber doch täglich sein Bestes versuche und längst in eine unhaltbare Lebenslage, gewissermaßen eine wirkliche Sünde geraten, nämlich in tiefe Depression verfallen wäre, wenn man sich nicht selbst immer wieder aufgemuntert hätte oder von anderen hätte aufmuntern lassen, die alle, psychologisch wohlinformiert, nicht daran denken auf Schuld zu sprechen zu kommen, sondern sagen, daß anderen auch vieles nicht glücke, daß niemand verlangen könne, fehlerfrei zu sein und dergleichen. Sie sehen, man könnte eine solche Alltagsbeschreibung endlos fortsetzen und müßte nicht einmal irren. Im alltäglichen Hausrat des Durchkommens haben zwar die Fehler zugenommen, aber die Schuld hat erheblich an Glaubwürdigkeit verloren. Gleichzeitig breitet sich eine diffuse, irgendwie nicht beseitezuschaffende Unzufriedenheit aus. Vielleich ist sie der stillschweigende Stellvertreter einer unsichtbar gewordenen Schuld?

Das aber ist eine Folge der Perspektive, an die wir uns gewöhnt haben, wir schauen von zu nah auf unser Leben und nehmen die Bedingtheiten, in denen wir uns vorfinden zu ernst. Unserer Bedingtheiten sind zu viele und Fehler unvermeidlich, hat aber nicht Paulus davon gesprochen: man sollte haben als hätte man nicht? Vielleicht erinnert uns das ernste Psalmwort: "An Dir allein habe ich gesündigt" an den Kern der Schuld, den wir nicht erkennen, wenn wir uns nur in unserer Alltagswelt erblicken. Wir stehen vor Gott. Er hat uns geschaffen, hat uns begabt, hat uns gesandt, Christus hat uns angenommen, hat uns Vergebung zugesprochen und in seine Nachfolge gerufen. Und dieser Mensch, der wir vor Gott sind, der wir ja auch so gerne sein wollen, dieser Mensch verfällt täglich in uns. Das ist unsere Schuld. Gewiß drückt sie sich nur selten in groben Sünden aus. Aber daß wir nicht selbstverständlicher den Alltag in fröhlicher Gelassenheit hinnehmen, als das Feld, das Gott uns bestellt hat, daß wir unter ihm unsere Hoffnung und unsere Liebe zudecken lassen, als hätten wir sie vergessen, daß wir diesen Alltag nicht selbstverständlicher unterbrechen, um Gott die Ehre zu geben, um dem Menschen zu begegnen, der uns braucht oder den wir brauchen - das ist Schuld, denn so waren wir von Gott nicht gemeint, so hat er uns nicht bei unserem Namen gerufen. Wir leben nicht von dem Menschen her, den Gott in uns berufen hat, wir überlassen nicht dem vom Tode auferstandenen Christus, dem Sieger über Sünde und Schuld die Herrschaft in uns, wie Paulus es weiß, der sagt: nun aber nicht ich, sondern Christus in mir. In meinem Elend läßt er mich nicht und auf meiner Höhe ist er der, dem ich danken kann. Das zu vergessen ist Schuld. Und sie hat sich auch in unserem Leben manifestiert, wenn nicht in groben Sünden, so doch in Entscheidungen und Unterlassungen, so doch in Vergeßlichkeiten und Treulosigkeiten - und manche dieser fehlgehenden Entscheidungen oder unnötiger Unterlassungen mögen Lebenslinien geprägt, Zeiten unseres Lebens beherrscht haben. Ihretwegen bedürfen wir der Vergebung. Die aber gewährt uns allein der Vater, der durch den Sohn uns zum Vater gewordene Gott.


von einander getrennt. Gott hat uns zugerechnet, daß wir nicht nach seinem Bilde leben, aber indem er vergibt, trennt er sich von seiner Zurechnung und verwirft sie: spricht uns von der Schuld frei, entwirft wiederum sein Bild von uns, und gibt uns frei, erneuert in sein Bild hineinzuwachsen. Gott also trennt seine Zurechnung von sich ab. Und was geschieht in uns, wenn wir die Vergebung annehmen? Gott trennt auch uns von unserer Schuld, die zu uns gehört hat als das Unvermeidlichste und Unüberwindlichste unseres Lebens. Wir können fahren lassen, was doch zu uns gehört, weil es in unserem Leben wirklich geschehen ist - da ist das Ereignis, in dem sich unsere Schuld manifestiert hat und da ist, daß wir es nicht wollten. Gäbe es nur eine stumme, taube Norm, von der unser Tun abgewichen wäre, so wäre es für alle Zeiten dasselbe. Es wäre nicht nur dieses Ereignis, sondern es wäre dieses ein für allemal von der Norm abgewichene Ereignis, das schlechthin fehlerhafte, schuldbegründende Ereignis, die Schuld wäre in der Norm für immer aufbewahrt - so wie alle säkulare Ethik am Gebot hängt, aber nicht zur Vergebung durchdringt und darum dem Blinden gleicht, der den Weg führen will.

Die Vergebung Gottes aber bewirkt das Wunder der Erneuerung, aus Abgestorbenem erwächst neues Leben: Das, was, unwiderruflich festgelegt, die Vergangenheit bestimmt, wird erneuert, wieder fähig zur Liebe. Gott schreibt die Geschichte neu. Aus meiner Schuldgeschichte, die zu ändern ich unfähig bin, wird die Vergebungsgeschichte Gottes. Vergebung ist wie eine in die Vergangenheit gerichtete Hoffnung, sie verjüngt, was schon geschehen ist, sie macht gut, was damals nur ungut war, sie macht lebendig, was tot war, und Iäßt neues Leben wachsen.

Das wirkt die Annahme der Vergebung und sie ist, wie all unser Tun, durch das wir Gottes Werk an uns zulassen und sich vollziehen lassen, zugleich seine Gnade. Kann ich mir auch nicht selber vergeben, so kann ich doch, ich meine es jedenfalls, die Annahme seiner Vergebung verweigern. Vielleicht hat Gott mir vergeben, sage ich dann, aber ich kann mir selbst nicht vergeben - und mich naturgemäß auch nicht seiner Vergebung freuen. Der Fehler dieses Meinens liegt auf der Hand: Denn nur, wenn ich größer wäre als Gott und selbst bestimme, ob er mir vergibt oder nicht, kann ich meine Selbstvergebung für wichtiger halten als Seine Vergebung. Doch kann es auch ein ernstes Ringen mit Gott geben, Gott will mir vergeben, aber ich wage nicht, die Vergebung anzunehmen.

Das Faktum meiner Geschichte, das der Fels meiner Schuld war, hat einen neuen Namen bekommen, und durch diesen Namen trennt es mich nicht mehr von Gott, in seinem Lichte stehe ich vor Gott schuldlos - durch seine Vergebung. Mit der neuen Geburt aus der Vergebung ist der verschuldete Mensch gestorben und auferstanden, neugeboren ist der schuldlose Mensch. Aber vor Gott geht es, wie mit allem Gottesleben, das wir Menschen in diesem Äon zu leben haben. Es ist beständig von Verfall bedroht, zuallererst ist es unser Kleinglaube: Hat Gott dir wirklich vergeben? Dann ist es unsere Unrast und Vergeßlichkeit: wir führen ein neues Leben, endlich frei von Schuld, schon jagen tausend neue Hoffnungen nach uns, schon blüht die Phantasie des erneuerten Lebens: frei von Schuld. Über dem vielen wird das Eine, die Spur von Gott her vergessen. Täglich, so hat es Martin Luther gesagt, müssen wir in unsere Taufe zurückkriechen.

Es gibt keine einfachen Hilfsmittel gegen diese Unrast und die Vergeßlichkeit, aber sie sind auch nicht einfach hinzunehmen. Denn hier, wo der Verfall des göttlichen Lebens in uns uns alltäglich droht, ist der unaufhebbare, der strenge und gnadenvolle Ort der praxis pietatis. Wir dürfen, und wenn wir erst einmal dürfen, sollen wir auch und wenn wir so!len, müssen wir auch, aber aus Freiheit, uns einüben in diese neue Freiheit. Ihren Raum ausmessen, ihre Worte finden, ihre Lieder singen, das tägliche Gebet, die tägliche Lesung der heiligen Schrift, die Feier des Heiligen Abendmahls. Gewiß, sie alle können gehandhabt werden, sie können gewohnheitsmäßig vollzogen werden, sie können der Freiheit der Schuldlosigkeit fremd bleiben - aber sie sind es nicht von sich aus, wie es die Unrast und die Vergeßlichkeit sind. "Geduld bringt Bewährung, Bewährung aber Hoffnung, Hoffnung aber läßt nicht zuschanden werden" (Rö 5,4.5).

Hier ist es, wo Matthäus, der von der Vergebung so tief Betroffene, an eine besondere Übung erinnert: Wir, denen vergeben worden ist, wir können unsererseits vergeben. Nicht, wie schon gesagt, damit die Schuld des anderen vergeben sei, das steht bei Gott, wohl aber daß wir die Freiheit von Schuld, die uns geschenkt ist nun nicht darunter beugen, daß wir anderen Schuld anrechnen. Denn da gibt es eine gemeinsame Wurzel: unsere Schuld - und die Zurechnung fremder Schuld: Du bist schuld - kann das jemand sagen, ohne zu hören, daß er sich selbst anspricht? Weiß nicht jedermann, daß er mit jedem Urteil, das er spricht, sich selbst ausspricht, sagt, wer er ist und damit sich beurteilt? Weiß ich, was der, der mein Schuldiger ist, vor Gott getan hat? Ich aber will ihn nicht aus seiner Schuld entlassen?

 

2. "Wie auch wir vergeben unsern Schuldigern"

Die Vergebung gehört zu den großen Gnadentaten Gottes und vielleicht darf man sogar sagen, indem der Christus der ist, in dem und durch den Gott vergibt, daß sie die eine große Gnadentat Gottes ist. So begehren wir auch im Vaterunser, nachdem wir die Gabe der Schöpfung, das tägliche Brot, erbeten haben, zuallererst diese Gnadentat Gottes - und vergib uns unsere Schuld.

Weil diese Gnadentat aber Gott seinen Sohn kostet, so kostet sie auch uns etwas. Gerade weil es sich von selbst versteht, daß wir uns nicht selbst vergeben können, sondern auf Gottes heilsames Vergeben angewiesen sind, können wir fragen, wie wir diese Vergebung erlangen und können uns fragen, wie wir sie annehmen können. Das letztere ist wohl die größere Schwierigkeit. Deswegen haben wir uns mit dem Nachsatz zur Vergebungsbitte im Vaterunser zu beschäftigen: wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Unvermutet, ja unvermittelt und nur hier kommt das Vaterunser auf unser Tun zu sprechen: Zuerst in diesem Gebet sind wir Gottes eingedenk, dann bitten wir, an unsere Bedürftigkeit gebunden, um das tägliche Brot, die Vergebung der Schuld, die Erlösung vom Bösen. Aber hier, nach der Vergebungsbitte und nur hier, tritt unser eigenes Handeln ins Vaterunser ein. Fast scheint es, das Gebet wolle sagen, daß wir vor Gott ein wichtigeres Tun gar nicht kennen, als das, unsern Schuldigern zu vergeben. Jedenfalls, weil sie allein genannt ist, steht unsere Vergebung an der Spitze all unsres Tuns. Denn es betrifft uns in der Wurzel unseres Lebens, nicht zu vergeben und nicht vergeben zu können. Wenn wir auch manchmal vergeßlich sind, was wir getan haben, so hängen wir doch über alles an dem, was uns angetan worden ist. Hat nicht dieses und jenes unsere Lebensbahn bestimmt? Ist nicht manches davon die Quelle unseres Lebensunglückes? Würden wir nicht soviel Leid, so manches, woran wir wieder und wieder zu nagen haben, für nichtig erklären, wollten wir jetzt dem, der uns das angetan hat, vergeben?

Ist das die Wurzel? Glauben wir nicht an Gottes Vergebung, weil wir selber nicht vergeben wollen oder können? Ist, was Gottes Vergebung angeht, deswegen unser eigenes Tun, unser Vergeben so wichtig, weil wir Gott den Platz bereiten, uns zu vergeben? Nein, so kann es, jedenfalls unmittelbar nicht sein. Gott vergibt bedingungslos, Christus hat dem Gelähmten, der zu ihm gebracht wurde, vergeben, ohne ihm eine einzige Frage gestellt zu haben, immerhin, er sah - nicht seinen, sondern ihren Glauben, den seinen wohl inbegriffen. Gottes Vergebungswille läßt sich nicht an Bedingungen binden, die wir zu erfüllen hätten, auch nicht an unser Vergeben. Aber unsere Bereitschaft, die Vergebungsgabe Gottes anzunehmen, sie kann sehr wohl mit dem zu tun haben, ob wir zu vergeben bereit sind, ob wir vergeben haben.

Fragen wir noch einmal nach unserer Vergebung. Wir vergeben unsern Schuldigern. Was geschieht, wenn ich meinem Schuldiger vergebe? Gewiß ist zunächst, daß ich dadurch nicht Gott in sein Werk greife. Er vergibt die Schuld diesem, der mir etwas schuldig wurde oder schuldig blieb und zwar vergibt Gott ihm seine Schuld unmittelbar gemäß Seiner vergebenden Gnade, die nicht davon abhängt, ob ich diesem auch vergeben habe oder nicht. Da zeigt sich, daß die Vergebung, mit der ich meinem Schuldiger vergebe, auch die, mit der ich ihm seine Schuld vergebe, zuerst nicht etwas an ihm tut, sondern an mir. Es geht hier um die andere Seite der Bewährung jener inneren Revolution, die durch den Herrn über die Geschichte durch die Vergebung der Sünde vollzogen wurde. Die erste Seite war meine Bereitschaft, die Vergebung der Sünde anzunehmen, mich in meiner neuen Geburt - schuldlos - anzunehmen. Auch wenn alle sagen: "Er ist ganz der Alte", darf ich wissen, daß ich ganz der Neue bin vor Gott.

Aber ich, als ganz der Neugeborene vor Gott, soll weiter festhängen an meinem alten Vorwurf, daß mir unrecht geschehen ist? daß mir vorenthalten wurde, was mir gebührte? daß mir Unverzeihliches angetan wurde? Das also ist die andere Seite der Erneuerung, die in der Tiefe durch die Vergebung vorgeht oder vorzugehen sich anschickt. Als der Neugeborene bin ich nur eines: dankbares Kind Gottes. Was mir angetan wurde, hat Gott mir angetan, indem er mich neugeboren hat. Dazu paßt kein Festhalten von Taten oder Versäumnissen anderer an mir. Denn indem ich meinem Schuldiger nicht vergebe, bleibe ich an ihm hängen, an seinem Tun, und sei es sein versehentliches, sei es sein ihm längst entfallenes Tun. Ich bleibe hängen im Alten und am Alten und komme nicht los von ihm. Seinem Schuldiger vergeben hingegen heißt, sein Leben zurückerstattet zu bekommen, frei zu bekommen aus der Bindung an den anderen und eine alte Geschichte. Sein eigenes Leben frei zu bekommen und es in die eigene Verantwortung übernehmen zu können, es frei vor Gott stellen zu können, das ist es, was geschieht, indem ich meinem Schuldiger vergebe.

Vielleicht ist wirklich unser wichtigstes Tun: wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Vielleicht wird da uns zu eigen, was wir aussichtslos, ohne Aussicht darauf, es je zurückzuerhalten, an andere, an längst Geschehenes gebunden hatten. Unser Leben, das wir an Totes preisgegeben hatten, kehrt zu uns lebendig zurück. Das ist zuerst die Macht der Vergebung, mit der Gott uns unsere Schuld vergibt, das ist aber auch, gleichsam im menschlichen Spiegel, im Spiegel meines Tuns meine Befreiung, wenn ich vergebe. Denn ich vergebe dem, dem ich zurechne, daß er der Schuldige ist, an welchem kleinen Teil meines Lebensunglückes auch immer. Mein Leben, das ich an meinen Schuldiger gebunden hatte wird mir zurückerstattet, indem ich ihm vergebe. So spiegelt sich der Glanz der göttlichen Vergebung noch einmal und läßt mir leichter sein, mich neugeboren aus der Hand Gottes zu empfangen. Und was tut diese Vergebung am anderen? Matthäus fragt nie danach. Und tatsächlich stellt sich diese Frage nicht, sie ist keine echte Frage. Der andere braucht von meiner Vergebung nichts zu merken, der andere kann längst bei den Toten sein. Mir geschieht eine der göttlichen Vergebung entsprechende Befreiung, wenn ich selbst vergebe, dazu fordert mich das Vaterunser auf, indem es das Bitten gleichsam unterbricht durch den Satz: wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

So können wir das Ergebnis festhalten: Nur Gott, nur der lebendige Christus vergibt Schuld. Geht es um die Vergebung meiner Schuld, so kann kein Mensch einstehen für Gott, selbstverständlich auch nicht der, an dem ich schuldig geworden bin. Kein Mensch kann mir meine Schuld vergeben, sowenig ich sie mir selbst vergeben kann. Wohl aber kann mir ein Mensch die Vergebung der Schuld durch Gott zusprechen und mich ihrer vergewissern. Die Vergebung Gottes aber zu ergreifen ist meine Sache und wiederum Gnade Gottes. Ich nehme diese Gnade an, indem ich mich ganz dem neuen Leben aus der Gnade überlasse - und alles Vergangene neu empfange, mein vormalig verschuldetes und jetzt entschuldetes Leben, aber auch das, was ich an meine Schuldiger gebunden hatte. Deswegen soll ich ihm vergeben: Um frei zu sein für die Gnade Gottes.

 

Dr. Horst Folkers

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1 Adolf Schlatter, Der Evangelist Matthäus, Stuttgart : Calwer 1948, S. VII 19-21.

2 aaO.,S. VIII 6-7.

3 aaO., S. VIII 7-9.

4 Norman Perrin, Was lehrte Jesus wirklich?, Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht 1967.

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